HEPA-Filter im Saug­roboter: was die Klasse bedeutet

Ein HEPA-Filter (High Efficiency Particulate Air, auf Deutsch Schwebstofffilter) im Saugroboter hält feinen Staub zurück, der sonst mit der Abluft wieder in den Raum gelangt. Ob ein Filter wirklich HEPA ist, verrät erst die Filterklasse nach der europäischen Norm EN 1822. Fehlt diese Angabe, ist „HEPA“ zunächst nur ein Wort auf der Verpackung.

Was EN 1822 festlegt

Die Norm EN 1822 teilt solche Filter in drei Gruppen ein. Die Prozentzahl sagt, welcher Anteil der Teilchen im Filter hängen bleibt:

  • E10, E11, E12 (EPA): mehr als 85, 95 beziehungsweise 99,5 Prozent.
  • H13 und H14 (HEPA): mehr als 99,95 beziehungsweise 99,995 Prozent.
  • U15 bis U17 (ULPA): noch höhere Werte, bis über 99,99999 Prozent.

Geprüft wird mit der Teilchengröße, die am leichtesten durch den Filter schlüpft. Das sind etwa 0,1 bis 0,3 Mikrometer, also viel kleiner als ein Haar dick ist. Größere und kleinere Teilchen hält der Filter leichter zurück.

Die englische Wikipedia nennt dieselben Klassen und Werte. Ein HEPA-Filter im Sinne der Norm beginnt also erst bei H13.

Warum oft nur „HEPA-ähnlich“ draufsteht

Begriffe wie „HEPA-Typ“, „HEPA-ähnlich“ oder „99 % HEPA“ erfüllen den Standard nicht und wurden oft nicht in unabhängigen Laboren geprüft. Manche kommen nah heran, andere liegen deutlich darunter.

Bei Saugrobotern fehlt die Klasse häufig ganz. Auf den Produktseiten von Ecovacs Deebot X9 Pro Omni und T80S Omni sowie Roborock Saros 20 fanden wir am 07.11.2026 keine Filterklasse. Wenn Ihnen der Filter wichtig ist, fragen Sie beim Hersteller nach der Klasse nach EN 1822.

Abluft: was hinten herauskommt

Ein Saugroboter bläst die angesaugte Luft durch den Filter wieder aus. Stiftung Warentest misst deshalb, ob und wie stark die Staubbelastung der Raumluft während des Betriebs steigt.

Das Urteil dort: Mit der Leistung und Filterwirkung eines guten Staubsaugers können selbst die besten Roboter nicht mithalten. Frühere Geräte bliesen laut einer Untersuchung von Stiftung Warentest aus dem Jahr 2012 viel Feinstaub zurück in den Raum, später kamen Modelle mit HEPA-Filtern dazu.

Reinigen und wechseln laut Herstellern

  • Roborock: In der Anleitung zum S4 Max steht, den waschbaren Filter alle zwei Wochen zu reinigen, ihn gründlich trocknen zu lassen (empfohlen sind 24 Stunden) und am besten zwei Filter im Wechsel zu nutzen. Die Anleitung zum S5 Max nennt dafür nur klares Wasser ohne Reinigungsmittel und rät, die Filterfläche nicht mit Händen, Bürsten oder spitzen Gegenständen zu berühren.
  • Ecovacs: Für den Deebot X9 Pro Omni beschreibt die Hilfeseite, den Filter herauszunehmen und zu reinigen, bei starker Verschmutzung auch mit Wasser. Der Staubbehälter muss vor dem nächsten Einsatz vollständig trocken sein.
  • Wechsel: Eine feste Wechselzeit für den Filter fanden wir auf diesen Seiten nicht. Die Roborock-App erinnert laut Anleitung daran, wann Teile ersetzt werden sollten.

Nicht jeder Filter verträgt Wasser. Waschen Sie ihn nur, wenn die Anleitung Ihres Modells das ausdrücklich erlaubt.

Links gebraucht, rechts neu: Filter rechtzeitig wechseln.

Auch die Absaugstation hat bei manchen Modellen einen eigenen Filter, bei Ecovacs etwa einen Baumwollfilter im Staubsammelfach. Alle Pflegeschritte im Überblick stehen im Ratgeber Saugroboter pflegen, weitere Grundlagen auf der Themenseite Saugroboter.

Geräte für Haushalte mit Tieren haben wir im Kaufberater Saugroboter für Tierhaare ausgewählt.

Häufige Fragen

Kann ich den HEPA-Filter meines Saugroboters auswaschen?

Nur wenn der Hersteller ihn für Ihr Modell als waschbar ausweist. Danach muss er vollständig trocken sein, bevor er wieder in den Roboter kommt.

Woran erkenne ich einen echten HEPA-Filter?

An der Klasse H13 oder H14 nach EN 1822. Steht nur „HEPA-ähnlich“ oder gar keine Klasse dabei, ist die Filterleistung nicht belegt.