Saugkraft in Pascal: was die Zahl beim Saugroboter sagt
Die Saugkraft eines Saugroboters wird in Pascal (Pa) angegeben, einer Einheit für Druck. Die Zahl sagt, wie stark der Roboter an einer Stelle Unterdruck erzeugt, aber nicht, wie viel Staub am Ende im Behälter landet. Stiftung Warentest nennt die hohen Pa-Angaben deshalb „Werbe-Anpreisungen, die Sie getrost ignorieren können“.
Was Pascal misst
Im Roboter treibt ein Motor ein Gebläse an. Es saugt Luft aus dem Gerät und erzeugt so Unterdruck (weniger Luftdruck innen als außen). Die Luft von außen strömt nach und nimmt den Schmutz mit in den Behälter.
Pascal beschreibt, wie groß dieser Unterdruck ist. Wie viel Luft dabei durch die Öffnung am Boden strömt, sagt die Zahl nicht.
Ein Bild dazu: Sie saugen mit einem Strohhalm an einem Glas Saft. Wie fest Sie ziehen, entspricht dem Unterdruck. Wie viel Saft ankommt, hängt aber auch davon ab, wie dick der Halm ist und ob er irgendwo ein Loch hat.
Typische Werte 2026
Die Herstellerangaben sind in den letzten Jahren stark gestiegen. Test&Tipps hat die Angebote von zehn aktuellen Robotern ausgewertet:
- im unteren Preisbereich 4.000 bis 15.000 Pa,
- bei Geräten mit Komplettstation 11.000 bis 30.000 Pa.
Zum Vergleich: 2023 nannte SmarthomeAssistent noch Beispiele mit 2.000 bis 5.000 Pa.
Warum die Zahl allein wenig sagt
Keine einheitliche Messung. Von fünf günstigen Geräten nannte laut Test&Tipps nur ein Hersteller, wo und unter welchen Bedingungen gemessen wurde. Bei einem Anbieter galten 6.000 Pa für die normale und 8.000 Pa für die stärkste Saugstufe.
Ein und derselbe Robotertyp wurde einmal mit 8.000 und einmal mit 18.500 Pa beworben. Test&Tipps folgert: Die Pascal-Zahl „taugt höchstens zum groben Sortieren, nicht zum Vergleichen zweier Geräte“.
Bürste und Abdichtung. Eine schwache Hauptbürste kann das Ergebnis trotz hoher Pa-Zahl verschlechtern. Auch Filter, Form des Staubbehälters und wie dicht der Roboter am Boden aufliegt, spielen mit.
Liegt er nicht dicht auf, strömt Luft seitlich nach und der Unterdruck sinkt. Wie Sie Bürsten und Filter sauber halten, steht im Ratgeber Saugroboter pflegen.
Luftstrom. Neben dem Druck zählt, wie viel Luft pro Sekunde durch das Gerät fließt. Diese zweite Zahl nennen nur wenige Hersteller, und auch dann ohne Messbedingung.
Navigation. Ein Roboter, der planlos fährt, lässt Flächen aus.
SmarthomeAssistent hält es deshalb für möglich, dass ein Gerät mit Zufallsnavigation und 5.000 Pa schlechter reinigt als eines mit Kamera oder Laser und 2.000 Pa. Mehr zur Lasertechnik lesen Sie unter LiDAR.
Wie Stiftung Warentest vorgeht
Stiftung Warentest misst, was die Roboter tatsächlich aufsaugen: Auf Hartboden fahren sie in Anlehnung an die Norm DIN EN 62929 zehnmal über eine Prüffläche, auch die Prüfung auf Teppich stützt sich auf diese Norm. Die Pa-Angaben der Hersteller haben laut Stiftung Warentest „mit der Qualität wenig zu tun“.
Was das für Sie heißt
Nutzen Sie die Pa-Zahl höchstens als grobe Einordnung. Aussagekräftiger sind Ergebnisse unabhängiger Prüfungen, die Bauart der Bürste und die Navigation. Haben Sie viel Teppich, lesen Sie zusätzlich den Ratgeber Saugroboter und Teppich.
Worauf es bei Haaren und Teppich neben der Saugkraft ankommt, zeigt der Kaufberater Saugroboter für Tierhaare.