LiDAR beim Saugroboter: Lasernavigation erklärt
Ein Saugroboter mit LiDAR vermisst Ihre Wohnung mit einem Laserstrahl und baut daraus eine Karte. So fährt er geordnete Bahnen statt Zickzack und findet auch im Dunkeln zurück zur Station. Flache Dinge am Boden wie Socken oder Kabel sieht der Laser allerdings nicht.
Was LiDAR und LDS bedeuten
LiDAR steht für „Light Detection and Ranging“, also Abstandsmessung mit Licht. Viele Hersteller schreiben stattdessen LDS (Laser Distance Sensor, auf Deutsch Laser-Abstandssensor).
Gemeint ist dasselbe Prinzip. Der Sensor sitzt meist in einem kleinen runden Turm oben auf dem Gerät und dreht sich schnell im Kreis.
So entsteht die Karte
Der Sensor schickt Laserlicht aus. Trifft es auf eine Wand oder ein Möbelstück, wird es zurückgeworfen.
Aus der Zeit, die das Licht hin und zurück braucht, berechnet der Roboter den Abstand. Das ist ein bisschen wie ein Ball, den Sie gegen eine Wand werfen: Je länger er bis zur Rückkehr braucht, desto weiter ist die Wand weg.
Weil sich der Turm dreht, misst er rundherum, laut SmarthomeAssistent bis etwa zehn Meter weit. Aus vielen solchen Messungen entsteht ein Grundriss.
Der Roboter weiß dann, wo er gerade ist, wo er schon war und wohin er noch muss. Auf dieser Karte legen Sie später in der App zum Beispiel eine No-Go-Zone fest.
Vorteile
- Fährt auch im Dunkeln. Der Laser bringt sein eigenes Licht mit. Ecovacs schreibt, LiDAR funktioniere „im Dunkeln gleich gut“. Der Roboter kann also auch nachts in einem dunklen Zimmer saugen.
- Genaue Karte. Ecovacs nennt LiDAR die genaueste Technik zum Kartieren. Wände, Möbel und Tischbeine auf Höhe des Lasers erkennt der Sensor zuverlässig.
Grenzen
- Flache Hindernisse bleiben unsichtbar. Der Laser misst nur auf seiner eigenen Höhe. Socken, Kabel oder Tierkot am Boden erkennt er nicht. Räumen Sie solche Dinge vor dem Start weg. Wie das schnell geht, steht im Ratgeber Wohnung vorbereiten.
- Der Turm macht das Gerät höher. Ein Roboter mit Laserturm passt nicht immer unter jedes Sofa. Wie viel der Turm ausmacht, zeigt ein Modell mit absenkbarem Sensor: Roborock gibt dafür 93,5 Millimeter Höhe mit ausgefahrenem und 79,8 Millimeter mit eingefahrenem Sensor an. Das sind rund 1,4 Zentimeter. Messen Sie deshalb die Lücke unter Ihren flachsten Möbeln, zum Beispiel für den Wohnungs-Check.
- Empfindlich bei Stößen. Starkes Rütteln oder plötzliches Hochheben kann den Sensor stören.
Unterschied zu Kamera und strukturiertem Licht
Kamera: Hier fotografiert der Roboter Orientierungspunkte in der Wohnung, etwa Möbelkanten. Dafür braucht er Licht. Für dunkle Räume eignet sich die Kamera laut Ecovacs nur mit zusätzlicher Lichtquelle.
Mit Objekterkennung kann eine Kamera dafür unterscheiden, ob vor ihr eine Socke oder ein Kabel liegt. Wer ein Gerät mit Kamera nutzt, sollte den Ratgeber Saugroboter und Datenschutz lesen.
Strukturiertes Licht: Ein Sensor vorn am Gerät wirft ein Lichtmuster auf den Boden davor. So erkennt er flache Hindernisse wie Schuhe und Kabel.
Diese Techniken schließen sich nicht aus. Manche Geräte kombinieren den Laser für die Karte mit Kamera oder weiteren Sensoren für Hindernisse.
Ist der Laser gefährlich für die Augen?
Hersteller verbauen laut SmarthomeAssistent Laser der Klasse 1 nach der Norm DIN EN 60825-1. Klasse 1 ist die niedrigste Gefahrenklasse für Laser.
Dreame, Mova und Xiaomi weisen ihre Sensoren in den Unterlagen so aus. Trotzdem raten die Anleitungen, nicht direkt in den Laser zu schauen.
Bei Roborock, Narwal und Ecovacs fand Test&Tipps in den gelesenen Unterlagen keine Laserklasse in dieser Form. Prüfen Sie im Zweifel die Sicherheitshinweise in der Anleitung Ihres Geräts.
Welche Geräte mit Lasernavigation wir ausgewählt haben, steht im Kaufberater Saug-Wisch-Roboter.