RTK beim Mäh­roboter: so funktioniert die Ortung

RTK (Real Time Kinematic, auf Deutsch Echtzeitkinematik) macht die Satellitenortung eines Mähroboters auf wenige Zentimeter genau. So kann ein Mähroboter ohne Begrenzungsdraht im Boden seinen Weg finden. Der Haken: RTK braucht freie Sicht zum Himmel, und manchmal kommen laufende Kosten dazu.

Wie RTK funktioniert

Eine feste Station, deren Position genau bekannt ist, empfängt dieselben Satellitensignale wie der Roboter. Sie berechnet, wie weit die Signale gerade danebenliegen, und schickt diese Korrekturdaten an den Roboter.

Der verbessert damit in Echtzeit seine eigene Position. Stellen Sie sich zwei Personen mit derselben falsch gehenden Uhr vor: Wer weiß, um wie viel die eigene Uhr falsch geht, kann es dem anderen sagen.

Unter guten Bedingungen sind waagerecht etwa 1 bis 2 cm Genauigkeit möglich. Voraussetzung ist ein ungestörter Empfang von mindestens fünf Satelliten. Ecovacs gibt zum Beispiel für den GOAT O800 RTK eine Positionierungsgenauigkeit von 2 cm an.

Referenz­station oder Netzwerk-RTK

  • Eigene Referenzstation: eine kleine Antenne im Garten. Laut Stiftung Warentest muss sie zusätzlich zur Ladestation aufgestellt werden, braucht freie Sicht in den Himmel und steht oft in der Nähe der Ladestation.
  • Netzwerk-RTK: Die Korrekturdaten stammen aus einem Netz fester Stationen und kommen meist über das Internet. Eine eigene Antenne im Garten ist dann nicht nötig, dafür eine Datenverbindung. In Deutschland betreiben die Vermessungsämter der Länder mit SAPOS ein solches Netz mit rund 270 Referenzstationen, daneben gibt es private Anbieter.

Freie Sicht zum Himmel

RTK-Systeme brauchen freie Sicht zum Himmel. Stehen viele Bäume im Garten oder grenzt das Grundstück an hohe Gebäude, kann das Signal abreißen, schreibt PC-WELT; auch Wolken können den Empfang stören. Stiftung Warentest nennt dichte Bäume, Überdachungen und hohe Hauswände.

Die Antenne braucht freie Sicht zum Himmel.

Typische Problemstellen sind also der Rasenstreifen direkt an der Hauswand, Flächen unter großen Baumkronen und Ecken unter einem Vordach. Gehen Sie vor dem Kauf durch den Garten und überlegen Sie: Wo könnte die Antenne frei stehen, und welche Teile des Rasens liegen im Schatten von Haus oder Bäumen?

Mögliche Folge­kosten

Manche Hersteller verlangen nach einer Anfangszeit Gebühren für die Mobilfunkverbindung (4G) oder den RTK-Korrekturdienst. Ein Beispiel: Segway Navimow empfiehlt beim i2 AWD, den 4G-Dienst nach Ablauf zu verlängern, damit Online-Funktionen und der Diebstahlschutz weiterlaufen.

In Europa kostet das 29,90 Euro für ein Jahr. Fragen Sie vor dem Kauf, was nach dem ersten Jahr anfällt und was ohne Verlängerung noch funktioniert.

Alternativen: Kamera und LiDAR

  • Kamera: Der Roboter erkennt den Rasen über Bilder. Bei wechselndem Licht oder im Schatten stoßen solche Geräte laut PC-WELT an Grenzen.
  • LiDAR (ein Laser, der rundum Abstände misst; mehr im Eintrag LiDAR): Er navigiert unabhängig vom Satellitenempfang und funktioniert laut PC-WELT auch bei schlechten GPS-Bedingungen oder in der Dämmerung.
  • Kombination: Manche Geräte verbinden RTK mit Kamera oder LiDAR. PC-WELT hält die Kombination aus LiDAR, Netzwerk-RTK und Kamera derzeit für die robusteste Variante.

Einen Überblick über alle Bauarten gibt die Themenseite Mähroboter. Wann der Roboter überhaupt fahren sollte, damit Igel sicher sind, steht im Ratgeber Mähroboter und Igel.

Mähroboter mit RTK, Kamera oder LiDAR haben wir im Kaufberater Mähroboter ohne Begrenzungsdraht ausgewählt.

Häufige Fragen

Funktioniert RTK unter Bäumen?

Oft nur eingeschränkt, weil dichte Kronen die Satellitensignale abschirmen. Wer viele Bäume hat, schaut besser nach Geräten, die zusätzlich mit LiDAR oder Kamera navigieren.

Brauche ich für einen RTK-Mähroboter ein Abo?

Nicht immer. Manche Hersteller verlangen nach einer Anfangszeit Gebühren für Mobilfunk oder den Korrekturdienst, andere nicht. Klären Sie das vor dem Kauf.