Saug­roboter: Wohnung vorbereiten mit Checkliste

Damit ein Saugroboter in Ihrer Wohnung zuverlässig arbeitet, sollten Sie sie einmal vorbereiten: Kabel vom Boden, Teppichfransen sichern, Schwellen prüfen, bei der ersten Kartierung alle Türen öffnen und danach Sperrzonen in der App setzen. Das dauert einmalig etwas Zeit, erspart Ihnen aber später festgefahrene Geräte und verhedderte Bürsten. Diese Checkliste führt Sie in der richtigen Reihenfolge durch.

Teil 1: Einmal vor der ersten Fahrt

Kabel vom Boden

Kabel sind der häufigste Stolperstein. Ein Laser-Sensor erkennt laut SmarthomeAssistent keine Kabel und Socken, weil sie unter der Höhe des Laserstrahls liegen. Stiftung Warentest rät in ihren Tipps, Handykabel hochzulegen, damit sich der Roboter nicht darin verheddert.

  • Ladekabel am Bett und am Sofa hochlegen oder an der Möbelkante befestigen
  • Steckdosenleisten an die Wand oder unter die Tischplatte hängen
  • Kabelbündel hinter Fernseher und Schreibtisch mit Kabelbindern zusammenfassen
  • lose Kabel entlang der Wand in einen Kabelkanal legen

Klein­teile, Textilien und Zerbrechliches

  • Vasen, Spielzeug und Kleidung vom Boden nehmen; einige Geräte erkennen Hindernisse laut Stiftung Warentest schlecht
  • Socken, Hausschuhe und Tücher wegräumen
  • Kleinteile wie Ohrringe aufheben; sie werden laut Apotheken Umschau schnell eingesaugt
  • bodenlange Vorhänge und Tischdecken hochnehmen; das empfiehlt die Bedienungsanleitung eines Herstellers ausdrücklich

Teppichfransen und leichte Teppiche

Fransen wickeln sich leicht um die Bürsten. Die genannte Herstelleranleitung rät, Fransen unter den Teppich zu falten.

Fransen, die länger als 10 Millimeter sind, sollen Sie zusammenlegen oder den Teppich in der App als Sperrgebiet festlegen. Zottelteppiche (Hochflor mit sehr langen Fasern) soll der Roboter laut derselben Anleitung gar nicht befahren.

  • Fransen unter den Teppich falten oder den Teppich sperren
  • Hochflorteppiche mit sehr langen Fasern sperren oder vor der Fahrt aufrollen
  • leichte Badvorleger und kleine Läufer, die sich zusammenschieben, vor der Fahrt hochnehmen

Mehr zum Thema steht im Ratgeber Saugroboter und Teppich.

Tür­schwellen und Kanten

Messen Sie jede Schwelle, über die der Roboter fahren soll, vom Boden bis zur höchsten Kante. Manche Geräte schaffen laut Stiftung Warentest 1,3 Zentimeter, andere 2,3 Zentimeter. Was Ihr Gerät kann, steht in den Angaben zur Kletterhöhe.

  • Ist eine Schwelle zu hoch, hilft eine flache Rampe davor.
  • Alternativ schließen Sie die Tür und setzen den Roboter für diesen Raum von Hand hinein.
  • Notieren Sie Stellen, an denen der Roboter bei der ersten Fahrt hängen bleibt.

Treppen und Absätze

Saugroboter haben Absturzsensoren an der Unterseite. Die genannte Herstelleranleitung empfiehlt trotzdem, an hohen Kanten eine Absperrung anzubringen. Laut derselben Anleitung reagiert der Sensor auf dunklem Boden schon bei geringerem Höhenunterschied als auf hellem; bei einzelnen Geräten funktionieren Absturzsensoren laut Wikipedia auf manchen dunklen Fliesen gar nicht.

  • Zeitungen oder Schuhe von der Treppe nehmen oder auf die oberste Stufe stellen; sie können den Roboter laut Stiftung Warentest zu weit über die Kante locken
  • an offenen Treppen ohne Tür ein Schutzgitter oder eine Sperrzone vorsehen

Möbelfüße, Stühle und niedrige Möbel

Messen Sie die Höhe unter Sofa, Bett, Sideboard und Heizkörper, wie es Stiftung Warentest empfiehlt. Gefährlich sind Spalten, die fast genau so hoch sind wie das Gerät. Dort kann sich der Roboter laut der Herstelleranleitung festfahren.

  • Möbel mit knappem Spalt anheben, etwa mit Möbelfüßen oder Erhöhern
  • oder den Spalt unten abdecken, sodass der Roboter gar nicht erst hineinfährt
  • oder den Bereich in der App sperren
  • leichte Stühle für die Fahrt hochstellen; dazu rät auch Stiftung Warentest
  • enge Stellen zwischen Stuhl- und Tischbeinen freiräumen, damit sich das Gerät nicht festfährt

Haustiernäpfe und Katzenklo

Futter- und Wassernäpfe sind eine typische Sperrzone. Auch Absperrungen per Lichtsignal sind laut Wikipedia etwa für Tiernäpfe gedacht.

  • Näpfe auf eine rutschfeste Unterlage stellen, damit der Roboter sie nicht verschiebt
  • den Futterplatz in der App sperren, vor allem bei Wischfahrten
  • verstreute Katzenstreu vor der Fahrt grob wegfegen, wenn der Roboter das Klo-Umfeld befahren soll
  • prüfen Sie vor einer Fahrt, ob ein Tier ein Missgeschick hinterlassen hat; ein reiner Laser-Sensor erkennt Tierkot laut SmarthomeAssistent nicht

Platz für die Lade­station

Die Station braucht einen festen Platz. Laut Stiftung Warentest kann sie 40 Zentimeter breit und bis zu 60 Zentimeter hoch sein. Die genannte Herstelleranleitung nennt für ihr Gerät diese Bedingungen:

  • ebener, harter Untergrund direkt an der Wand
  • 5 Zentimeter frei zu beiden Seiten, 80 Zentimeter frei davor
  • keine direkte Sonne und ein gutes WLAN-Signal
  • spiegelnde Flächen in der Nähe, etwa Spiegel oder glänzende Sockelleisten, unten auf etwa 14 Zentimetern abdecken

Laut Anleitung sollten Sie die Station während der Reinigung nicht bewegen, und der Roboter startet am besten von der Station aus. Wählen Sie den Platz deshalb so, dass er dauerhaft bleiben kann.

Teil 2: Die erste Kartierung

Bei der ersten Fahrt erstellt der Roboter eine Karte Ihrer Wohnung (Kartierung). Diese Karte ist die Grundlage für alles Weitere: Räume, Zeitpläne und Sperrzonen. Die Hilfeseite eines Herstellers zur Kartenerstellung und die Anleitung nennen diese Punkte:

Für die erste Karte alle Türen öffnen.
  1. Alle Zimmertüren öffnen, damit der Roboter die ganze Wohnung erkunden kann.
  2. Den Boden frei räumen, wie in Teil 1 beschrieben.
  3. Für ausreichend Licht sorgen, wenn das Gerät mit Kamera arbeitet.
  4. Nicht in engen Durchgängen und Fluren stehen, damit Sie dem Roboter nicht den Weg versperren.
  5. Den Roboter während der Fahrt nicht hochheben oder umsetzen; das kann laut Anleitung zum Verlust der Karte führen.
  6. Den Roboter bei der ersten Fahrt begleiten. Laut Anleitung kann er dabei zum Beispiel unter Möbeln stecken bleiben. Auch Stiftung Warentest rät, die ersten Fahrten zu beobachten.
  7. Die fertige Karte in der App prüfen, Räume teilen und benennen und die Karte sichern. Die Herstellerhilfe empfiehlt, eine bearbeitete Karte manuell zu speichern.

Wenn die Karte verzerrt ist oder Räume sich überlappen, lässt sie sich laut der Herstellerhilfe zu Kartenproblemen wiederherstellen oder löschen und neu erstellen.

Die Karte bildet Ihre Wohnung ab und wird meist in der App des Herstellers gespeichert. Was das für Ihre Privatsphäre bedeutet, lesen Sie im Ratgeber Saugroboter und Datenschutz.

Teil 3: Sperr­zonen und virtuelle Wände einrichten

Eine No-Go-Zone (Sperrzone) ist ein Bereich auf der Karte, den der Roboter nicht befährt. Eine virtuelle Wand ist eine Linie, die er nicht überquert, etwa vor einer Tür. Bei fast allen Geräten lassen sich solche Bereiche laut Stiftung Warentest per App festlegen.

So geht es in der Regel, hier am Beispiel einer Herstellerhilfe zur virtuellen Wand:

  1. Karte in der App öffnen.
  2. Eine Linie oder einen Rahmen um den Bereich zeichnen.
  3. Wählen, ob die Sperre für Saugen und Wischen gilt oder nur fürs Wischen.
  4. Speichern. Der Roboter umfährt den Bereich ab der nächsten Fahrt.

Wo Sperr­zonen sinnvoll sind

  • Futterplatz und Wassernapf
  • Kabelecke unter dem Schreibtisch oder hinter dem Fernseher
  • Fransen- und Hochflorteppiche
  • teure Teppiche, die nicht feucht werden sollen; dafür reicht oft eine reine Wischsperre
  • Möbel mit knappem Spalt, unter denen sich das Gerät festfahren könnte
  • offene Treppenabsätze als zusätzliche Sicherung

Puffer einplanen

Die Raumabgrenzung per App klappt laut Stiftung Warentest oft nicht zentimetergenau. Zeichnen Sie die Zone deshalb etwas größer als nötig. Wenn ein ganzer Raum tabu ist, ist die geschlossene Tür die einfachste und sicherste Lösung.

Ohne App gibt es auch Absperrungen zum Hinlegen: Magnetstreifen auf dem Boden oder Geräte, die einen unsichtbaren Lichtstrahl aussenden. Beide beschreibt Wikipedia als Zubehör. Ob Ihr Gerät so etwas unterstützt, steht in der Anleitung.

Teil 4: Die kurze Runde vor jeder Fahrt

Ist die Wohnung einmal vorbereitet, genügt vor jeder Fahrt ein kurzer Kontrollgang:

Zwei Minuten aufräumen ersparen dem Roboter viele Stopps.
  • Liegen Kabel, Socken oder Spielzeug auf dem Boden?
  • Stehen Näpfe an ihrem Platz, und ist der Bereich um das Katzenklo sauber?
  • Sind Stühle hochgestellt, wo es eng ist?
  • Sind die richtigen Türen offen oder geschlossen?
  • Liegt etwas auf der Treppe?

Nach den ersten Wochen

Beobachten Sie, wo der Roboter hängen bleibt, und passen Sie Sperrzonen an. Reinigen Sie gelegentlich die Sensoren: Verschmutzte Absturzsensoren arbeiten laut Stiftung Warentest unzuverlässig, und selbst Spinnweben können den Roboter verwirren. Wie Sie Bürsten, Filter und Station regelmäßig pflegen, zeigt unser Ratgeber Saugroboter pflegen.

Häufige Fragen

Muss ich vor jeder Fahrt aufräumen?

Ein kurzer Blick reicht meist, wenn Sie die Wohnung einmal gründlich vorbereitet haben. Kabel, Socken und Spielzeug sollten trotzdem vor jeder Fahrt vom Boden.

Was ist besser: Sperrzone oder Tür schließen?

Für ganze Räume ist die geschlossene Tür am zuverlässigsten. Sperrzonen eignen sich für einzelne Stellen in einem Raum, etwa den Futterplatz oder einen Fransenteppich.

Was tun, wenn die Karte nach dem Umstellen der Möbel nicht mehr stimmt?

Prüfen Sie in der App, ob sich die gespeicherte Karte wiederherstellen lässt. Sonst löschen Sie die Karte und lassen eine neue erstellen; Sperrzonen und Raumnamen setzen Sie danach erneut.