Saugroboter sinnvoll? Für wen er sich lohnt
Ein Saugroboter ist sinnvoll, wenn Sie viel Hartboden haben, täglich Krümel oder Tierhaare wegsaugen möchten und bereit sind, vor der Fahrt kurz aufzuräumen. Den normalen Staubsauger ersetzt er in den meisten Wohnungen nicht: Treppen, Ecken und gründliches Teppichsaugen bleiben Handarbeit. Wir zeigen, wann sich das Gerät lohnt, wo seine Grenzen liegen und welche laufenden Kosten auf Sie zukommen.
Was ein Saugroboter gut kann
Seine Stärke ist die regelmäßige Grundreinigung. Der Roboter fährt täglich, auch wenn Sie nicht zu Hause sind, und nimmt Staub, Krümel und Haare auf, bevor sie sich in der Wohnung verteilen.
Laut Stiftung Warentest ist Hartboden die Stärke vieler Geräte. Auch die Apotheken Umschau schreibt, dass die meisten Modelle mit Hartböden und kurzhaarigen Teppichen gut zurechtkommen.
Wer den Boden ohnehin oft saugt, gewinnt also Zeit, weil die tägliche Runde wegfällt. Der große Hausputz bleibt trotzdem.
Die ehrlichen Grenzen
Er ersetzt den Staubsauger nicht
Der Ratgeber SmarthomeAssistent sagt es deutlich: Ein Saugroboter ersetzt das Saugen von Hand nicht vollständig und saugt nicht so gründlich wie ein Akkusauger. Treppenstufen, verwinkelte Stellen, Ecken, Bereiche hinter Gegenständen und unter vielen Möbeln erreicht er nicht.
Stiftung Warentest ergänzt, dass herkömmliche Staubsauger mehr Saugkraft haben. Die Angaben in Pascal (Pa, eine Einheit für den Unterdruck beim Saugen) nennt sie „Werbe-Anpreisungen“, die man getrost ignorieren könne. Warum die Zahl wenig sagt, erklären wir unter Saugkraft in Pascal.
Vorräumen gehört dazu
Ein Roboter saugt nur dort, wo der Boden frei ist. Stiftung Warentest rät in ihren Tipps zum Saugroboter, zerbrechliche Vasen, Spielzeug und Kleidung vom Boden zu nehmen und Handykabel hochzulegen, weil einige Modelle Hindernisse schlecht erkennen.
Wenn bei Ihnen abends Schuhe, Taschen und Spielzeug auf dem Boden liegen, kostet das Aufräumen einen Teil der gewonnenen Zeit. Wie Sie die Wohnung einmal gründlich vorbereiten, steht im Ratgeber Wohnung vorbereiten.
Wischen ist oft die Schwachstelle
Viele Geräte saugen und wischen. Laut Stiftung Warentest zeigen viele Geräte Schwächen, „vor allem beim Wischen“.
Auch SmarthomeAssistent schreibt, dass der Roboter das Wischen nicht komplett übernehmen kann. Rechnen Sie also damit, dass Sie hartnäckige Flecken weiter von Hand wischen.
Teppich ist schwieriger als Hartboden
Für Hartboden gibt es laut Stiftung Warentest eine deutlich größere Auswahl guter Roboter als für Teppich. Tierhaare, Teppich und Wischen können dort „nur wenige gut“.
Wer überwiegend Hartboden hat, soll Teppiche laut Stiftung Warentest weiter mit einem herkömmlichen Staubsauger bearbeiten. Mehr dazu im Ratgeber Saugroboter und Teppich.
Technik und App gehören dazu
Die meisten Saugroboter brauchen eine Internetverbindung, um alle Funktionen zu nutzen, schreibt die Apotheken Umschau. Karte, Zeitplan und Sperrzonen richten Sie in einer App ein. Wer keine Lust hat, sich mit Technik und gelegentlichen Fehlern zu beschäftigen, wird laut SmarthomeAssistent mit einem Saugroboter eher nicht glücklich.
Wann er Ihnen wirklich Zeit spart
Wenn Tiere im Haushalt leben
Haushalte mit Hund oder Katze profitieren besonders, weil laut SmarthomeAssistent Haare, Katzenstreu oder Tierfutter durch die Wohnung getragen werden. Ein Roboter, der täglich fährt, hält das in Grenzen.
Dafür steigt der Pflegeaufwand. Stiftung Warentest beschreibt in ihren Tipps, dass sich vor allem lange Haare auf Bürste und Lager spulen. Bei manchen Geräten müssen Tierhaare laut Stiftung Warentest sogar mit der Schere aus der Bürstenwalze geschnitten werden.
Achten Sie deshalb auf eine Bürste, in der sich Haare schwer verfangen; worauf es dabei ankommt, steht im Wohnungs-Check. Eine Absaugstation (eine Basis, die den Staubbehälter des Roboters automatisch leert) nimmt Ihnen das häufige Leeren ab.
Wenn Sie viel Hartboden und wenig Kleinkram haben
Offene Räume mit Fliesen, Parkett oder Laminat, wenig Kabeln und wenigen niedrigen Möbeln sind ideal. Dort fährt der Roboter ohne Hilfe seine Bahnen, und Sie müssen kaum eingreifen.
Wenn Sie viel unterwegs sind
Berufstätige, die tagsüber nicht da sind, nennt SmarthomeAssistent ausdrücklich als Zielgruppe. Der Roboter fährt nach Zeitplan, während niemand vom Geräusch gestört wird.
Wann er sich eher nicht lohnt
- Sehr kleine Wohnung: Ein einzelnes Zimmer ist laut SmarthomeAssistent von Hand meist schneller sauber.
- Sehr große, offene Hallen oder Studios: Dort fehlen dem Roboter laut SmarthomeAssistent Anhaltspunkte, um eine Karte zu erstellen.
- Viel Teppich oder Hochflor: Hier sind gute Geräte seltener (siehe oben).
- Sehr große Wohnung: Die besten Geräte schaffen laut Stiftung Warentest mit einer Akkuladung rechnerisch bis zu 193 Quadratmeter, die schwächsten nur 33 Quadratmeter freie Fläche. Für große Wohnungen lohnt der Blick auf die Reichweite.
Laufende Kosten: Verbrauchsteile
Neben dem Kaufpreis fallen regelmäßig Verschleißteile an. Wie oft, legt jeder Hersteller selbst fest. Als Beispiel nennt die Bedienungsanleitung eines Ecovacs-Modells diese Austauschzeiten:
- Wischwalze: alle 1 bis 2 Monate
- Staubbeutel der Station: alle 2 bis 3 Monate
- Seitenbürste: alle 3 bis 6 Monate
- Filter: alle 3 bis 6 Monate
- Hauptbürste: alle 6 bis 12 Monate
Dazu kommt die Pflege: Dieselbe Anleitung nennt für Hauptbürste, Filter und Wischwalze eine wöchentliche Reinigung, für die Seitenbürste alle zwei Wochen.
Für die Staubbeutel einer Absaugstation nennt homeandsmart rund 25 bis 50 Euro im Jahr. In Haushalten mit Hund ist der Beutel laut homeandsmart schneller voll. Stationen ohne Beutel sammeln den Schmutz in einem Behälter, den Sie regelmäßig auswaschen.
Eine Station, die zusätzlich das Wischtuch reinigt und trocknet, kostet laut Stiftung Warentest oft einige Hundert Euro mehr und kann viel Platz wegnehmen. Beim Strom sind die Unterschiede groß: Der sparsamste Roboter braucht übers Jahr weit weniger Strom als ein Kabel- oder Akkusauger, der stromhungrigste so viel wie ein deutlich stärkerer Staubsauger.
Ein Punkt, den Sie nicht vorhersehen können: Ob Ersatzteile nach 5 oder 10 Jahren noch zu haben sind, ist laut Stiftung Warentest schwer abzuschätzen. Wie Sie Bürsten, Filter und Station pflegen, zeigt unser Ratgeber Saugroboter pflegen.
Acht Fragen für Ihre Entscheidung
Beantworten Sie diese Fragen ehrlich. Je öfter Sie mit „Ja“ antworten, desto eher lohnt sich ein Saugroboter für Sie.
- Ist der größte Teil Ihres Bodens Hartboden? Dann spielt der Roboter seine größte Stärke aus.
- Bleibt der Boden meist frei? Wenn täglich Kabel, Schuhe oder Spielzeug herumliegen, kostet das Vorräumen viel von der gesparten Zeit.
- Haben Sie Haustiere oder viel Durchgangsverkehr? Dann bringt die tägliche Fahrt am meisten.
- Kommt ein Roboter unter Ihre Möbel? Messen Sie den Abstand unter Sofa, Bett und Sideboard und vergleichen Sie ihn mit der Gerätehöhe.
- Sind Ihre Türschwellen niedrig? Messen Sie die höchste Schwelle und vergleichen Sie sie mit der Kletterhöhe des Geräts.
- Haben Sie Platz für eine Station? Manche Stationen sind so groß wie ein kleiner Schrank.
- Sind Sie bereit, App und WLAN einzurichten und Bürsten regelmäßig zu säubern? Ohne diese Pflege lässt die Leistung nach.
- Wohnen Sie auf einer Etage? Treppen schafft kein Saugroboter. Bei mehreren Etagen tragen Sie das Gerät oder planen ein zweites.
Für die Fragen 4 bis 6 gibt es typische Werte für Gerätehöhe, Kletterhöhe und Stationsmaße im Wohnungs-Check. Dort messen Sie Schritt für Schritt nach und sehen, welche Geräteeigenschaften zu Ihrer Wohnung passen.
Unsere Einschätzung
Ein Saugroboter ist kein Ersatz für den Staubsauger, sondern eine Hilfe für die tägliche Grundreinigung. Am meisten lohnt er sich in Wohnungen mit viel Hartboden, mit Haustieren und für Menschen, die wenig Zeit haben und den Boden freihalten können.
Wer viel Teppich hat, ungern aufräumt oder mit App und Wartung nichts anfangen kann, ist mit einem guten Akkusauger oft besser bedient. Planen Sie die Verbrauchsteile von Anfang an als laufende Kosten ein.
Welche Geräte wir für welche Wohnung ausgewählt haben, steht in unseren Kaufberatern Saug-Wisch-Roboter und Saugroboter für Tierhaare.
Häufige Fragen
Kann ein Saugroboter meinen normalen Staubsauger ersetzen?
In den meisten Haushalten nicht ganz. Für Treppen, Ecken, Polster und gründliches Teppichsaugen bleibt ein normaler Staubsauger sinnvoll; der Roboter übernimmt die tägliche Grundreinigung dazwischen.
Lohnt sich ein Saugroboter in einer Ein-Zimmer-Wohnung?
Oft eher nicht, weil Sie ein einzelnes Zimmer von Hand meist schneller sauber haben, als Sie für den Roboter aufräumen. Anders kann es aussehen, wenn Sie Haustiere haben oder viel unterwegs sind.
Wie viel Pflege braucht ein Saugroboter?
Bürsten und Filter sollten Sie je nach Hersteller etwa wöchentlich bis alle zwei Wochen säubern. Dazu kommen Verschleißteile, die nach einigen Monaten ersetzt werden; die genauen Zeiten stehen in der Anleitung Ihres Geräts.